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Oberösterreicher ist in Libyen in der Hand von IS-Terroristen

| | aktualisiert: vor 40 Minuten

Ein 39-jähriger Oberösterreicher ist in der Hand von IS-Terroristen. Der Mann wurde nach einem Angriff auf ein Ölfeld in Libyen vermisst.

Oberösterreicher ist in Libyen in der Hand von IS-Terroristen

Symbolbild. Bild: SN/AP

Seit Montag ist es sicher: Der 39-jährige Oberösterreicher, der nach einem Angriff der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf ein Ölfeld in Libyen gemeinsam mit mehreren anderen Personen vermisst wird, wurde von IS-Terroristen entführt. Das bestätigte das Außenministerium am Montag.

"Es liegen nunmehr gesicherte Informationen vor, dass sich die Gruppe von Ausländern, die sich auf dem Ölfeld al-Ghani befand, als dieses am 6. März von IS-Terroristen angegriffen wurde, in den Händen der IS-Terroristen befinden", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Außenamtes. "Zu dem Zeitpunkt, als die Gruppe mit mehreren Fahrzeugen von dem Ölfeld in Richtung Norden abtransportiert wurde, waren die Mitglieder dieser Gruppe unverletzt." Woher die Informationen stammen, wollte Außenministeriumssprecher Martin Weiss gegenüber der APA nicht konkretisieren.

Dass der Österreicher nach wie vor am Leben ist, muss die Nachricht leider auch nicht bedeuten: Seit dem Abtransport der Geiseln von al-Ghani am Freitagnachmittag gibt es von der Gruppe laut Weiss "weder ein Lebenszeichen noch einen Todesbeweis", auch über den Aufenthaltsort der Gruppe gibt es keine gesicherten Informationen. Die Familie des Entführten - die in zahlreichen Medien genannte Identität als der Linzer Dalibor S. wird vom Außenamt weiter nicht bestätigt - sei informiert, ebenso alle übrigen betroffenen Regierungen.

Sämtliche befreundete Staaten aktiviert

Die Information erfolgte nach einer weiteren Sitzung des im Außenministerium eingerichteten Krisenstabes. Außenminister Sebastian Kurz hat aufgrund der Ereignisse in Libyen seinen für Mittwoch und Donnerstag geplanten Besuch in Frankreich abgesagt. Geplantes Thema der Gespräche mit seinem Amtskollegen Laurent Fabius: Der Kampf gegen den Extremismus. Laut Ministeriumssprecher Weiss hat man in Wien jetzt sämtliche Netzwerke befreundeter Staaten, Institutionen und Dienste aktiviert und sich "auf schwierige Tage und Wochen" eingestellt.

Auch andere betroffene Regierungen bestätigten mittlerweile die Entführung von offenbar neun Männern in Libyen: Laut einem Sprecher des tschechischen Außenministeriums sind es außer dem Österreicher ein Tscheche, vier Philippinos, zwei Männer aus Bangladesch und ein Ghanese. "Niemand hat sich zu der Entführung bekannt und der Arbeitgeber hat keine Lösegeldforderungen erhalten", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Manila.

Unbestätigten Medienberichten zufolge war der Linzer Dalibor S., ein Ex-UNO-Soldat, für das maltesisch-österreichische Unternehmen VAOS (Value Added Oilfield Services) in Libyen. Die VAOS ist als eine von wenigen ausländischen Firmen in Libyen noch auf mehreren Ölfeldern tätig, und liefert Fachkräfte, Catering und Infrastruktur. Die Ölförderung in Libyen ist seit dem Sturz Gaddafis und dem fortschreitenden Bürgerkrieg massiv eingebrochen. Auch die OMV, seit vielen Jahren im Land engagiert, hat ihre Tätigkeit seit einiger Zeit eingestellt.

In Libyen liefern sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 rivalisierende Milizen im Dienst zweier verfeindeter Parlamente und Regierungen erbitterte Kämpfe um die Kontrolle des Landes. Im zunehmenden Chaos fehlender staatlicher Strukturen etablierten sich jihadistische Kämpfer, die im Oktober des Vorjahres der Terrormiliz IS den Treueschwur leisteten und seither Angst und Schrecken verbreiten, zuletzt im Februar mit der Enthauptung von 21 koptischen Christen aus Ägypten.

 
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